Dress for success. Der Körper ist Deine Bühne.

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„Ich beherrsche nur drei Wörter Französisch: „Yves. Saint. Laurent.“ , sagte Lady Di – Stilikone bereits zu Lebzeiten.
Sie nutzte „Anziehsachen“ – egal von welcher Marke – um auszudrücken, was sie laut Protokoll nicht sagen durfte. Entscheidend war die Frage: Welche Botschaft sende ich heute aus, wenn ich das trage?
Ihr Körper war ihre Bühne!

Wie geschickt wir Kleidung nutzen können, um Distanz, Nähe, eine Haltung und Stil zu zeigen, lässt sich an Diana beispielhaft erklären. Als Charles öffentlich in einem Interview seine Affäre gestand, erschien Diana am nächsten Tag mit dem sogenannten „Revenge Dress“. Ein schulterfreies, schwarzes, nur knielanges und damit gewagtes Kleid. Sie schaffte es damit auf alle Titelseiten der Tagespresse. Charles wurde zur Randnotiz.
Sie war ein echter „Royal“ – kein Opfer. Die Positionierung einer königlichen Marke!

Strategische Überlegungen prägten ihren Stil. Diana legte als erster Royal Handschuhe ab, da sie Menschen an- und berühren wollte. Große Hüte tauschte sie bei Besuchen in Krankenhäusern gegen kleine, damit sie Kinder auf den Arm nehmen konnte. Sie trug – wie sie selbst formulierte – Kümmerkleider („caring dresses“) und wählte kräftige Farben, um Menschen Trost zu spenden.

Sie setzte sich und andere in Szene und…in Beziehung! Sie war sich ihrer Wirkung absolut bewusst und gehört zu den meist fotografierten Menschen der Welt. Vermutlich hat sie es mit dem Leben bezahlt.

Dass Kleidung Gefühle erzeugt und Einfluss auf unser eigenes Denken und das von anderen hat, ist längst wissenschaftlich bewiesen. An der Kellog School of Management steckte man Studenten in Laborkittel bevor ein wissenschaftliches Experiment startete. Die Probanden waren signifikant aufmerksamer und konzentrierter als die Probanden im Kontrollversuch ohne Kittel. Für die Forscher gilt es als Beleg, dass Tragen von symbolischer Arbeitskleidung unser Denken und unsere Leistung beeinflusst. Auch die Fremdwahrnehmung ist eine andere (der Arzt im weißen Kittel). „Dress for success“ ist ein Geflügeltes Wort in England und es gilt eben nicht nur für Labor- und Berufskleidung.

Weitere Experimente zeigen, dass Männer in Maßanzügen für selbstbewusster, erfolgreicher und flexibler gehalten werden als Männer, die einen Anzug von der Stange tragen. Letztlich geht es darum, durch Kleidung bewusster zu kommunizieren – subtil und dennoch mächtig.

Was bedeutet das für unseren Alltag? Kleidung trägt für alle Menschen den Aspekt des Respekts vor sich selbst und anderen in sich. Sie schafft zudem eine stille Übereinkunft über den Umgang miteinander.

Was ziehe ich heute an, ist eine oft gestellte Frage vor dem Kleiderschrank. Präziser wird es mit: Was möchte ich heute erreichen? Welches Outfit hilft mir dabei? Womit kann ich meine Präsenz unterstreichen? Welche Farben bringen Klarheit und Freude – für andere und für mich?

Übrigens gilt das auch für das, was wir direkt auf der Haut tragen. Je schöner, sinnlicher und komfortabler es sich anfühlt, desto besser fühlen wir uns selbst.

Positioniere Dich – auch durch Deine Kleidung. Zieh Dich nicht für den Job an, sondern für den, den Du in Zukunft haben willst: Dress for success! Denn Dein Körper ist Deine Bühne.

4 Antworten

  1. Sylvia Schwanke
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    Super geschrieben, liebe Ulrike. Danke für diesen Artikel. Muss mich mal neu einkleiden, scheines mir, obwohl ich ein farbenfroher Mensch bin. Danke für deinen Denkanstoss. ?

  2. Rita Daubenspeck
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    Liebe Ulrike , sehr gewagte These.
    Das war mir so nicht bewusst, macht aber Sinn. Ich denke, du musst kommen, und mit mir den Kleiderschrank optimieren.
    Meine Bühnendeko muss dringend überholt werden???????
    LG Rita

  3. Jülich, Brigitte
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    Ich bin begeistert. Sofort sind Bilder in mit aufgestiegen. Alles erreicht, was ein Blogartikel erreichen kann. Brigitte Jülich von @erfolgorange

  4. Michaela Ortmayer
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    Ein sehr schöner Artikel, der die eigene Zukunftsvision unterstützt. Stelle dir deine Zielerreichung so genau wie möglich vor. Da spielt auch die Kleidung eine sehr große Rolle.

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